DNA unter der Lupe

DNA unter der Lupe

Dr. Katrin Paeschke von der Universität Würzburg erhält einen der fünf Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2012 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die 31-jährige Biochemikerin ist die Jüngste der in diesem Jahr ausgezeichneten Wissenschaftler. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht das menschliche Erbgut. Sie erforscht die Aktivität des Enzyms Telomerase sowie die Funktion sogenannter G-Quadruplex-Strukturen in DNA- und RNA-Strängen. Nach einem mehrjährigen Postdoktorat an der Universität Princeton kehrte Paeschke Ende letzten Jahres nach Deutschland zurück, um im Rahmen des Emmy-Noether-Programms der DFG in Würzburg eine Arbeitsgruppe aufzubauen. Die Maier-Leibnitz-Preise sind mit jeweils 16.000 Euro dotiert und werden Ende Mai in Berlin überreicht. (akj)


Frühzeitige Diagnostik

Frühzeitige Diagnostik

Privatdozent Dr. Michael Haase, Oberarzt am Universitätsklinikum Magdeburg, hat den Hexal-Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2011 erhalten. Haase (35) leitet als Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie in Magdeburg die Arbeitsgruppe „Prävention und Prädikation des akuten Nierenversagens“. Ihm gelang es unter anderem, jüngst entwickelte Nachweisverfahren zu verbessern, die eine möglichst frühzeitige Diagnostik von Nierenschädigungen erlauben. Der Förderpreis wird seit 1997 jährlich verliehen und würdigt Forschungsvorhaben, die sich durch eine besonders große klinische Bedeutung und hohe Interdisziplinarität auszeichnen. Mitte März wurde der mit 10 000 Euro dotierte Preis in Magdeburg an Haase überreicht. (akj)


Auszeichnung in den USA

Auszeichnung in den USA

Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa (33), Leiterin der Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Ulm, erhält den diesjährigen Janet Taylor Spence Award der US-amerikanischen Fachgesellschaft Association for Psychological Science (APS). Dieser Preis wird seit 2010 jährlich an vier Wissenschaftler verliehen, deren Forschungen sich durch besonders neuartige und kreative Ansätze hervortun. Kolassa, die für ihre Forschungen im Grenzbereich zwischen Psychologie und molekularer Medizin ausgezeichnet wird, ist die erste Preisträgerin von einer Universität außerhalb der Vereinigten Staaten. Der Preis ist nicht dotiert, jedoch übernimmt die APS die Kosten der Anreise zur offiziellen Preisverleihung, die Ende Mai in Chicago stattfindet. (akj)


Wirkstoffe der Natur

Wirkstoffe der Natur

Prof. Dr. Mathias Christmann, Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie an der TU Dortmund, hat den Nachwuchswissenschaftlerpreis für Naturstoff-Forschung der Deutschen Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) erhalten. Der 1972 geborene Chemiker wird für seine Arbeiten zur gezielten Synthese von biologischen Wirkstoffen durch neue Methoden der Organokatalyse ausgezeichnet. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis der Dechema soll junge Hochschullehrer fördern, deren Forschungen sich an der Grenze zwischen Chemie und Biologie bewegen. Die Preisverleihung fand Ende Februar anlässlich der Irseer Naturstofftage statt. (akj)
 


Leben in der Tiefsee

Leben in der Tiefsee

Die Gesellschaft für Biologische Systematik hat Dr. Lena Menzel vom Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung im Februar mit dem Bernhard Rensch-Preis 2012 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und würdigt herausragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Sektor der Systematik und Biodiversitätsforschung. Die 31-jährige Biologin erhielt den Preis für ihre Dissertation an der Universität Oldenburg über die Artenvielfalt und die geographische Verbreitung von bodenlebenden Ruderfußkrebsen in der Tiefsee. Für ihre Doktorarbeit hat Menzel insgesamt 4.000 Exemplare aus sieben verschiedenen Meeresregionen untersucht und bestimmt. Außerdem hat sie sechs der Krebsarten neu beschrieben. (akj)


Sprachverlust erforschen

Sprachverlust erforschen

Die US-amerikanische James Smith McDonnell-Stiftung hat der Neurologin Dr. Dorothee Saur ein mit rund 480.000 Euro dotiertes Stipendium zuerkannt. Mit Hilfe dieser Zuschussgelder hat die 38-jährige Wissenschaftlerin an der Universitätsmedizin Leipzig die Arbeitsgruppe „Aphasie und Sprache“ aufgebaut, die im vergangenen Monat ihre Arbeit aufnahm. Die Förderung des Projekts ist auf insgesamt sechs Jahre angelegt. Saurs Team erforscht, welche Störungen ein Schlaganfall in den neuronalen Netzwerken anrichtet, und dokumentiert anhand von Sprachtests und Bildgebungsverfahren über mehrere Monate die Reorganisationsprozesse im Gehirn. Die Forschungspreise der McDonnell-Stiftung werden nicht zur Bewerbung ausgeschrieben, statt dessen wählt die Stiftung die ihrer Auffassung nach förderwürdigen Projekte selbst aus. (akj)


Immigration und Arbeit

Immigration und Arbeit

Der Wissenschaftspreis 2011 des Regierenden Bürgermeisters von Berlin in der Kategorie „Nachwuchs“ ist dem Politikwissenschaftler Dr. Marc Helbling verliehen worden. Der 34-Jährige leitet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) die Emmy-Noether-Gruppe „Immigration Policies in Comparison“, die sich mit der systematischen Untersuchung von Immigrationspolitik in OECD-Staaten beschäftigt. Im Fokus seiner Studien steht unter anderem, wie Länder Arbeitsmigration mittels politischer Instrumente steuern. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verbunden und wurde Mitte Februar in Berlin im Rahmen eines Festaktes in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überreicht. (akj)


Volkskrankheit Diabetes

Volkskrankheit Diabetes

Prof. Dr. Kathrin Mädler wird mit dem diesjährigen Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis für biomedizinische Forschung ausgezeichnet. Die 40-jährige Pharmazeutin leitet seit 2008 das Laboratorium für Molekulare Diabetologie am Zentrum für Biomolekulare Interaktionen der Universität Bremen. Sie erhält die Auszeichnung für ihre Grundlagenforschung zu intrazellulären Prozessen, die bei der Entstehung und dem Verlauf der Volkskrankheit Typ-2-Diabetes eine Rolle spielen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit ermöglichen neue Ansätze für diagnostische Verfahren und Behandlungsmethoden. Die Verleihung des mit 60.000 Euro dotierten Preises der Paul Ehrlich-Stiftung findet Mitte März in der Paulskirche in Frankfurt/Main statt. (akj)


Routenplanung im Netz

Routenplanung im Netz

Dr. Hannah Bast (41), Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen am Institut für Informatik der Universität Freiburg, ist eine der Preisträgerinnen des mit umgerechnet etwa 750.000 Euro dotierten „Google Focused Research Award“. Sie erhält die Auszeichnung für ein gemeinsames Forschungsvorhaben mit Prof. Dr. Dorothea Wagner (54) und Prof. Dr. Peter Sanders (44) vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). In ihrem Projekt „Next Generation Route Planning“ will das Forscherteam eine verbesserte individuelle Routenplanung im Internet entwickeln. Google fördert mit diesem Preis weltweit Forschungsvorhaben, die für die Informatik generell, aber auch für das Unternehmen selbst von zentralem Interesse sind. Die Förderung läuft ab Juni 2012 über drei Jahre. (akj)


Katalyse erforschen

Katalyse erforschen

Die Stiftung Stipendien-Fonds der Chemischen Industrie (FC) unterstützt den Chemiker Dr. Alexander Breder mit einem Liebig-Stipendium. Der 34-jährige Habilitand arbeitet seit kurzem am Institut für Organische und Bimolekulare Chemie der Universität Göttingen. Als Leiter einer Nachwuchsgruppe forscht er dort zu neuartigen Katalysereaktionen mit organischen Molekülen. Ziel seiner Arbeit ist es unter anderem, ressourcenschonende Herstellungswege für neue pharmazeutische Wirkstoffe zu finden. Aus dem Fonds der Stiftung stehen Breder für die kommenden drei Jahre neben einem persönlichen Stipendium in Höhe von 2800 Euro monatlich auch Sachmittel von etwa 50.000 Euro zur Verfügung. Dazu kommt ein Doktoranden-Stipendium zur Finanzierung eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. (akj)


Eine Million Sterne

Eine Million Sterne

Die 34-jährige Astrophysikerin Dr. Mary Williams vom Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam (AIP) ist mit dem Postdoc-Nachwuchswissenschaftlerpreis des Landes Brandenburg (Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften) ausgezeichnet worden. Die gebürtige Neuseeländerin forscht seit 2007 am AIP. Die von ihr eingereichte Arbeit zu einem neu entdeckten Sternenstrom entstand im Rahmen der multinational durchgeführten RAVE-Studie, einer spektroskopischen Durchmessung der Sterne der Milchstraße. Die Jury stufte ihren Beitrag sowohl wegen seiner wissenschaftlichen Exzellenz als auch wegen seiner ansprechenden Darstellung für die Öffentlichkeit als „außerordentlich preiswürdig“ ein. Williams nahm den mit 20.000 Euro dotierten Preis Mitte Dezember im Neuen Palais in Potsdam entgegen. (akj)


Alternde Gesellschaft

Alternde Gesellschaft

Die Stuttgarter Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) hat ihren Demografie-Preis 2010/11 der Politikwissenschaftlerin Bettina Munimus (31) verliehen. Ihr Wettbewerbsbeitrag trägt den Titel „Von einer quantitativen Mehrheit zur qualitativen Macht?“ und untersucht die politische Interessensvertretung der älteren Generation in Deutschland. Die Graduiertenstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung promoviert derzeit an der Universität Kassel zu einem verwandten Thema: Sie wirft einen Blick auf die Altersstruktur von CDU und SPD und analysiert vergleichend, wie sich das zahlenmäßige Übergewicht der über 60-jährigen Mitglieder auswirkt. Munimus nahm den mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis Mitte Januar im Rahmen eines Symposiums der Stiftung in Berlin entgegen. Den zweiten Preis erhielt die Politikwissenschaftlerin Cornelia Wiethaler von der Universität Heidelberg. (akj)


Interventionen erforscht

Interventionen erforscht

Mit einem Nachwuchspreis hat die Leibniz-Gemeinschaft Ende November die Dissertation von Dr. Martin Binder ausgezeichnet. Der 34-Jährige hat in seiner Doktorarbeit untersucht, unter welchen Bedingungen der UN-Sicherheitsrat in humanitären Krisen interveniert – oder auch nicht. Die Arbeit, die Binder an der FU Berlin eingereicht hatte, trägt den Titel „The Selectivity of Humanitarian Intervention“. Binder arbeitet derzeit am Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung. Einen ebenfalls mit 3000 Euro dotierten Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft erhielt die Ernährungsforscherin Dr. Henriette Kirchner. Die 31-Jährige erkundet am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam die Entstehung krankhaften Übergewichts. rk


Warnsystem für Ärzte

Warnsystem für Ärzte

Das Problem ist bekannt: Depressionen im Alter verlaufen häufig chronisch, werden von Hausärzten jedoch nur selten rechtzeitig erkannt. Die Leipziger Depressionsforscherin Dr. Melanie Luppa hat nun eine Art Ampelsystem für Hausarztpraxen entworfen, um den Erkenntnis- und Behandlungslücken beizukommen. Ende November erhielt die 38-Jährige dafür den Emanuela-Dalla-Vecchia-Preis. Ausgeschrieben wird er seit drei Jahren von der Stiftung für seelische Gesundheit und der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Melanie Luppa hat sich auf die Versorgungsforschung älterer Menschen sowie die Epidemiologie spezialisiert. Mit dem Preisgeld von 15.000 Euro finanziert sie einen Forschungsaufenthalt in Schweden. py


Chemikalien und Umwelt

Chemikalien und Umwelt

Der Aachener Biologe Dr. Thomas Preuß hat den mit 100.000 Euro dotierten LRI Innovative Science Award 2011 erhalten. Dieser Preis wird jährlich vom Wirtschaftsverband der europäischen chemischen Industrie (CEFIC) vergeben und zeichnet interdisziplinäre Forschungsideen auf dem Gebiet der Ökotoxikologie aus. Der 38-jährige Preuß ist Mitarbeiter am Institut für Umweltforschung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Er leitet dort die Europäische Expertengruppe MeMoRisk, die sich mit der Umweltrisikobewertung von Chemikalien befasst. Er untersucht die Auswirkungen, die Chemikalien auf den verschiedenen Ebenen im biologischen System haben. Der Preis wurde ihm Mitte November im Rahmen der Jahrestagung der CEFIC in Brüssel überreicht. akj


Der Demenz auf der Spur

Der Demenz auf der Spur

Dr. Manuela Neumann, Assistenzprofessorin für Experimentelle Neuropathologie an der Universität Zürich, hat Mitte Oktober den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis 2012 der Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten. Die 1969 geborene Wissenschaftlerin wird für ihre Forschungserkenntnisse zur frontotemporalen Demenz geehrt. Ihr gelang der Nachweis, dass es bei dieser Erkrankungsform, bei der der Abbau von Nervenzellen zunächst im Stirn- und Schläfenbereich beginnt, zu ähnlichen Eiweißablagerungen im Gehirn kommt wie bei Alzheimerpatienten. Neumann nahm die Ehrung im Rahmen einer jährlich bei Garmisch-Partenkirchen stattfindenden Fachkonferenz entgegen. Der Preis ist die höchstdotierte deutsche Auszeichnung für Alzheimerforschung. (akj)


Karriere mit Kind

Karriere mit Kind

Katja Herzog (25), Doktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, ist die jüngste der diesjährigen Preisträgerinnen des Förderprogramms „For Women in Science“. Die Initiative von L‘Oréal Deutschland, der Deutschen Unesco-Kommission und der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung ehrt jährlich drei herausragende Doktorandinnen der Naturwissenschaften mit Kindern. Der Preis im Wert von je 20.000 Euro soll dazu beitragen, dass die Familiengründung nicht mit dem Abbruch oder der Unterbrechung der Karriere einhergeht. Neben Herzog wurden Nicole Fröhlich (29) vom Zentrum für Integrative Neurowissenschaften in Tübingen und Judith Klatt (27) vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand Mitte November in Berlin statt. (akj)


Friedensbewegte Physiker

Friedensbewegte Physiker

Der Politikwissenschaftler Dr. Robert Lorenz hat den erstmals verliehenen Förderpreis „Opus Primum“ der Volkswagen Stiftung erhalten. Die mit einer Förderung in Höhe von 10.000 Euro verbundene Auszeichnung wurde Ende Oktober in Göttingen überreicht. Der 28-jährige Lorenz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen. Er wird für seine Dissertation mit dem Titel „Protest der Physiker – Die ‚Göttinger Erklärung‘ von 1957“ ausgezeichnet. Darin untersucht er die Motive von 18 Atomphysikern, die sich im Kontext der ersten westdeutschen Anti-Atom-Bewegung in den 50er- Jahren gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen aussprachen. Die Stiftung will mit dem Preis deutlich machen, dass Wissenschaftsvermittlung eine zentrale Aufgabe der deutschen Forschung ist. (akj)






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Kanzlerin / Kanzler Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)